Wir brauchen Herz und Mut – mehr als große Transformationen, für eine andere Arbeitswelt

Schöne neue Arbeitswelt. Da wollen wir hin…

Aber wie?

Scheint euch der „Berg der Transformation“ auch unbezwingbar? Ihr wisst nicht wie anfangen und womit?

Es muss nicht immer gleich die große Reorganisation sein. Was wir vielmehr brauchen ist Orientierung, wo es hingehen soll und kontinuierliche Entwicklung, um dorthin zu gelangen.

Eigentlich mögen wir die Begriffe Change und Transformation nicht sonderlich, denn es geht um Entwicklung und Entfaltung. Die Organisation sollte das idealerweise fördern und kontinuierlich fortschreiten. Das wäre dann evolutionär. Die Natur macht das in der Regel auch so…

Am Anfang war ein Buch

Als Frederic Laloux einen Stein in den Teich des Organisations-Einerleis warf, gingen merkliche Wellen durch unsere Unternehmenswelten. Sein Buch „Reinventing Organizations“ brachte vieles in Bewegung und weckte eine Sehnsucht.

Weitere Bücher und Filme haben das Thema „neue Arbeitswelt“ aufgegriffen und viele von uns tief bewegt.

New Work ist zu einer Bewegung geworden.

Zudem verändert sich unsere (Wirtschafts-)Welt dramatisch. Die Geschwindigkeit nimmt zu, Wirtschaftsbeziehungen werden immer komplexer, Entwicklungen schwerer vorhersagbar und Lösungsansätze immer vielfältiger.

Finanz-, Klima- und Abgaskrise – letztlich alles sichtbare Symptome, dass unser (tayloristisches) System und Wirtschaftsdenken nicht mehr funktioniert.

Der „Momentum Effekt“

Alles, was wir brauchen, um unsere Organisationen lebenswerter zu machen (und auch darüber hinaus – Gesellschaft und Staat), ist schon lange da und es fühlt sich gerade so an, als sei genau jetzt der richtige Moment es anzupacken.

Wellengang. Und doch, das Boot bewegt sich nicht so recht

Kein Zweifel, unsere Arbeitswelt befindet sich im Umbruch. Und doch scheint es oft, als steckten wir fest…

Auf der einen Seite: Transformationen, Change-Projekte, Umbaumaßnahmen. Mit unterschiedlichem Erfolg. In vielen Projekten kommt das Gefühl auf: Es geht nicht so recht voran und gegen Ende der gedachten Projektlaufzeit holen uns alte Muster immer wieder ein.

Auf der anderen Seite: Weiter wie gehabt. Nur nichts grundlegendes verändern. Die Angst vor Veränderung und Instabilität ist hoch, obwohl der Druck etwas zu verändern unaufhörlich wächst. Nur: Der Mut fehlt. Der Berg scheint zu groß.

Und Agilität als Lösung für das Dilemma? Wir werden agil und dann wird alles besser: Das ist schneller, effizienter, kann mit Komplexität umgehen und wir können „anders“ zusammenarbeiten.

Auf Unternehmensebene: Hoffnung auf Optimierung und eine Methode, um die Probleme „in den Griff zu bekommen“. Auf der „Arbeitsebene“: Hoffnung, damit endlich auch ein Stück der „neuen Welt“ einzuführen.

Keine Zeit für „Basisarbeit“

Werte und Prinzipien bilden die Basis von Agilität und von neuen Organisationsansätzen.

Also wird eine Kulturveränderung angestoßen. Mitarbeiter und Führungskräfte werden geschult.

Jetzt „wissen“ ja alle, worum es geht.

Und am Ende ist es dann oft doch nur die Methode, die im Vordergrund steht. Effizienzsteigerung. Prozessverbesserung. „Agileres Projektmanagement“. Das kriegen wir mit unserem alten Denken im Kopf besser und schneller hin, als dieses „Werte-Gedöhns“. Die Folge: Altes Verhalten schleicht sich wieder ein, das die Agilität hemmt oder sie boykottiert.

Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ist sein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft geschaffen, die den Diener verehrt, aber das Geschenk vergessen hat. Albert Einstein

Es ist aber auch verflixt: Werte und Prinzipien, die von einer anderen Intelligenz gesteuert werden (Herz und Bauch), sind rational „so schlecht zu managen“. Also umschiffen wir diesen „weichen Kram“ lieber.

Unbekannt macht Unbehagen

Zeit, die Themen auch emotional zu verarbeiten? Haben wir nicht.

Culture eats strategy for breakfast. Peter Drucker

Die alte Kultur, das alte (hierarchische) Verhalten siegt letzten Endes und unsere Strategie von der schönen neuen Arbeitswelt ist dahin.

Müssen wir denn nun immer auf Transformation und Reorganisation setzen, oder können wir auch auf einem anderen Weg etwas zum Besseren verändern?

Stop reorganizing – Start evolving

Vielleicht wären „Mut“, „anfangen“ und „kontinuierlich“ die richtigen Begriffe. Ein Vorgehen in kontinuierlichen, kleinen Schritten ist oft besser, als nur die großen Sprünge zu probieren…

Die Hürden sind kleiner und mit Kontinuität kommen wir am Ende besser ans Ziel. Einen Marathon läuft auch kaum keiner von uns aus dem Stand.

Entwicklungsmöglichkeiten, mit denen wir unsere tägliche Arbeit auf ein anderes Level heben können, gibt es viele:

  • Echte Rollenklarheit schaffen, Rollendenken in der Organisation üben, statt in unflexiblen Stellen zu denken
  • Klarheit über Sinn und Zweck schaffen und lernen, uns daran zu orientieren: Warum tun wir als Organisation oder als Team das, was wir tun? Warum handeln wir so, wie wir handeln?
  • Bewusstsein schaffen für Denken und Fühlen.
  • Emotionen und Gefühle in der Arbeitswelt zulassen, statt dem Maschinenparadigma zu folgen.
  • Die Energie in unserem täglichen Arbeitsalltag wahrnehmen lernen und sie wieder in Fluss bringen.
  • Neue Muster lernen und eingeübtes, hinderliches Verhalten ent-lernen und im Besonderen: Eingeübtes, hinderliches Führungs-Verhalten ent-lernen / eine neue Art der Führung lernen
  • Lernen, Entscheidungen besser und schneller zu treffen.
  • Agile Praktiken oder Praktiken von agilen Organisationen (Kollegiale Führung, Sociocracy (S3)) nutzen, um bessere Meetings, Delegation und Entscheidungen zu haben.
  • An der Haltung / dem Mindset arbeiten.
  • Würde in unsere Zusammenarbeit bringen.
  • Potenzialentfaltung ermöglichen.

In all diesen Bereichen können wir unsere Organisationen Schritt für Schritt entwickeln. Jederzeit. Jetzt. Den Berg in Etappen besteigen, Basislager schaffen und dort auch mal ruhen und auf die nächste Etappe vorzubereiten – Zusammenarbeit und Organisation Schritt für Schritt kontinuierlich zu entwickeln – egal, welche Organisationsform sie jetzt gerade noch hat.

Wo anfangen?

Die primäre Frage ist nicht, ob die Hierarchie besser ist oder abgeschafft werden sollte. Die primäre Frage ist: Was behindert uns und wo behindern wir uns selbst?

Die größten Blockaden zeigen den Weg. Da wo es gerade am meisten klemmt, da wo am wenigsten voran kommt oder immer wieder die selben Probleme und Hindernisse auftreten.

Mag sein, dass wir, langfristig gesehen, keine oder kaum noch Führungs-Hierarchie brauchen. Die Anforderungen des Marktes, Werte, Sinn und Zweck und die Aufgaben, die zu tun sind, können uns dann führen.

Wir gehen davon aus, dass es nicht die eine Arbeits- und Organisationsform der Zukunft geben wird, sondern viele Co-Existente Modelle.

Wie geht das?

Im ersten Schritt: Durch Beobachtung und einen Raum für offenen Austausch über diese Beobachtungen. Bei diesem Schritt kann man oft schon das erste Hindernis – offener Austausch – angehen.

Das Wichtigste ist, herauszufinden, was das Wichtigste ist. Zen-Meister Shunryu Suzuki

Wenn wir die Symptome klar benennen, können wir an den Ursachen arbeiten. Das ist wirksamer und geht am Ende schneller, als ein Medikament gegen die Schmerzen einzuwerfen, das nicht lange anhält. Egal ob die Pille „Reorganisation“, „Agilität“ oder „New Work“ heißt.

Wenn wir die Ursachen der Blockaden in unserer jeweiligen Organisationswelt nicht beseitigen, werden wir im Laufe der Zeit resistent gegen die Medikamente. Dann krampfen wir weiter in unseren alten Mustern und warten auf „die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird“.

Im zweiten Schritt müssen wir den Raum schaffen, um echte Potentialentfaltung zu ermöglichen.

Wir müssen uns auch immer wieder ermutigen, einladen und gegenseitig inspirieren, uns weiter zu entwickeln, Erreichtes zu prüfen, Kurskorrekturen vorzunehmen, alle Dinge, die nicht funktionieren anzugehen. Die Natur hört auch nicht damit auf sich zu entwickeln…

Und dann brauchen wir Mut und Ausdauer… Es geht auch um „Change Management“. Um Handwerkszeug im Prozess. Aber es geht nicht um „Change“ oder „Transformation“. Es geht um Entwicklung hin zum Ziel. Und es geht um Entfaltung. Darum einen Raum zu schaffen, der die Entfaltung von Potentialen ermöglicht!

Wir zeigen Ihnen, wie Ihr Weg gelingen kann!

Wir leben Ändern und Entwicklung 🙂 Kontaktieren Sie uns noch heute.

Dieser Artikel ist in leicht abgewandelter Form erstmalig in unserem Blog evolvingstartup.org erschienen.